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Tansania Team

Verein der Freunde und Förderer kirchlicher Arbeit in Holm e.V.
Hauptstraße 15d     25488 Holm
Tel.: 0179 / 68 77 880
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Reise-Eindrücke 2024 von Andrea und Michael Koehn

Wir landeten in Dar es Salaam (Arabisch: Dorf des Friedens) verspätet um 4 Uhr in der Frühe, bekamen von Samuels Bruder Ayoub unser Auto, tankten und fuhren dann über Mikumi nach Iringa. Beim Mikumi-National­park muss man auf Wild­wechsel achten: Affen (Baboons) oder Anti­lopen.

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Nach zwei Reise-Nächten mit kaum Schlaf und einer gut 10-stündigen Autofahrt (Links­verkehr) freuten wir uns auf die erste "Durch­schlaf­nacht". Wir über­nachteten in einer Unter­kunft, die haupt­sächlich von "Behin­derten" betrieben wird, seit mehr als 20 Jahren. In dieser Region gelten 10 Prozent der Menschen als behindert, eine der höchsten Quoten des ganzen Landes.

Weil wir aber immer noch nicht genug hatten von Tieren, fuhren wir von Iringa aus in den Ruaha National­park (Die Giraffen auf dem Foto stehen NEBENeinander). Das ist der zweit­größte Park in Tansania, hier sind v.a. Elefanten, Giraffen, Zebras und Fluss­pferde zu finden, daneben selbst­verständ­lich Affen, Warzen­schweine und diverse Antilopen­arten. Da wir nicht am Morgen oder zur Nacht dort waren, sondern um die Mittages­zeit, war unsere tierische Foto­ausbeute recht gering.

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Und dann eine Über­raschung. Kurz hinter Iringa fanden wir Isimila, das "Kappa­dokien von Tansania", vor 300.000-400.000 Jahren durch Erosion ent­standen. Bereits in der Stein­zeit siedelten dort Menschen, Funde waren in einem kleinen Museum zu besich­tigen.

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Drei Tage später gegen Abend trafen wir in Lupila ein, wurden wieder "mit Pauken und Trompeten" begrüßt. Aller­dings gab es eine gewisse Auf­geregt­heit, weil der örtliche Chor am folgenden Tag an einem landes­weiten Wett­bewerb teil­nehmen wollte.

Und so klingelte der Handy­wecker wieder um 5 Uhr, Waschen, Anziehen, Früh­stücken (alles im Dunkeln oder mit Handy-Licht, weil der "staat­liche" Strom gerade nicht lief). Und dann ging es um 6 Uhr los über Piste, Straße, wieder Piste nach Bulongwa, wo wir um 8:30 ankamen. Bei einem kleinen Früh­stück trafen wir Bischof Sanga, der uns mit einer Umarmung will­kommen hieß. Über das eigentliche Event -selbst­verständ­lich vom Gottes­dienst begleitete- kann man hier nach­lesen.
Schluss­endlich waren wir um 21 Uhr wieder zu Hause in Lupila.

Die erste Woche komplet­tierte der Gottes­dienst am Sonntag in Lupila (3 Stunden), bei dem auch der Chor seine Vor­führung wieder­holen durfte. Der Nach­mittag verlief mit Auto­waschen, mit Organisa­torischem, mit Auf­räumen, Suche nach Strom und WLAN - und auch mit dem Sortieren von Fotos, Schreiben von Berichten und dem News­letter. Da es doch recht kalt ist hier auf 2.500 m Höhe, mussten wir auch erst einmal wieder das Feue­rmachen (im Herd und im Kamin) üben.

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Die Diakonie hat die Strom-Versor­gung völlig umge­baut. Mit fünf Solar­platten vom Wedeler Rat­haus, bisher sechs Batterien (es sollen mal 10 sein) werden nun sieben Gebäude versorgt. Wenn die Batterien leer sind, muss auf den "staat­lichen" Strom -manuell- umge­schaltet werden

Am Montag besuchten wir die Primary School in Lupila. Head­teacher Haji Bangu Iranga begrüßte uns freudig, hatten wir doch dafür gesorgt, dass eine Solar­paneele vom Wedeler Rathaus-Dach dort installiert werden konnte.

Dank Lupila Learns konnte die Paneele ange­schlossen und verkabelt werden. So ist nun Unterricht und "frei­williges" Lernen auch bei Dunkel­heit möglich, es können Computer und Drucker betrieben werden -und einen Laptop, den wir ihm mitge­bracht hatten.

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Aktuell sind Ferien, von den 284 Schülern nur ca. 80 da, um sich gemeinsam auf die schwere Abschluss­prüfung am Ende der siebenten Klassen vorzu­bereiten.

Nur die (landes­weit) Besten können auf eine weiter­führende Schule gehen. Und das entscheidet selbst­verständ­lich über beruf­liche Chancen.

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Das Msamaria-Haus ist nun -endlich!- als Waisen­haus vom Staat anerkannt! Das Haupt­gebäude ist allen Vor­schriften ent­sprechend umge­staltet. Anbau (Küche, Jungs-Toiletten und Lager) muss noch herge­richtet werden.

Auch Regen­rinnen und eine Tank zum Auf­fangen des Wassers wären wünschens­wert. Derzeit läuft der Regen direkt vom Dach – und in die Vorrats­räume. Die Aus­stattung der Zimmer ist unzu­reichend. Es fehlen (neue) Betten, Schränke, Regale und ein Schreib­tisch für das Büro der Haus­mutter Ambegyie.

Sie wolle eigentlich schon längst den wohl­verdienten Ruhe­stand genießen – doch eine Nach­folge ist nicht in Sicht.
Und so muss sie weiter­machen!

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Nachmittags fuhren wir den kurzen Weg zur Secondary-School in Lupila. Hier wurden wir von unserem alten Freund Abukasa, dem Head­master begrüßt und herum­geführt. In dem Jahr seit unserem letzten Besuch hat sich viel getan, alle Gebäude, die 2023 noch im Bau waren (Dormitories = Schlaf­säle, Klassen­zimmer) sind nun fertig.

Ein Computer­raum wurde geschaffen, aller­dings muss der noch einge­richtet werden. Die PCs, maß­geblich gesponsert von Lupila Learns, sind bereits dort, jetzt muss die Strom­versorgung einge­richtet werden.

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Station am Mittwoch war Malanduko. Wir wurden von Pastorin Gertruda und zahl­reichen Honora­tioren der Kirchen­gemeinde begrüßt. Nach einem Besuch der Kirche und des -sehr langsam immer weiter gebauten- Gemeinde­zentrums, übergaben wir als Zeichen der Freund­schaft (in vier Jahren übernimmt Holm die Partner­schaft) eine Altar­kerze mit dem Schrift­zügen von Holm und Malanduko. Gleich­zeitig dämpften wir aber (finan­zielle) Erwar­tungen. Dennoch freuen sich beide Seiten, dass Malanduko wieder in Freund­schaft mit einer Gemeinde in Deutsch­land verbunden sein wird.

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Anschließend fuhren wir nach Ipepo, wo wir der Primary-School die Bot­schaft über­brachten, nun mit der Bugenhagen-Schule in Blanke­nese endlich eine Partner­schule zu haben. Die selbst­gemachten Geschenke der Ham­burger Kinder fanden Gefallen, das Konzept der Bugen­hagen­schule (Lerng­ruppen mit Kindern von 6-10 Jahren) fand man hier wohl eher befremd­lich.

Die Kinder an der Schule können inzwischen im Sitzen essen - aber mangels Dining­hall im Freien!

Die Ipepo Secondary School -mit einer drei Kilo­meter extrem schlechten Zufahrt- begrüßte uns mit einem Lied, der Text "We love Tanzania" in einigen Strophen umge­dichtet wurde in "We love Michael" und "we love Andrea". Es gibt nun endlich etwas Material, einen Bau­platz und eine "Kommission" für den Bau eines neuen Dormitory. Endlich!

Nach einem kurzen Abstecher zur Kranken­station fuhren wir zum Haus des Pastors. Dort gab es eine kurze Begrüßung, eine Pause und dann -zum dritten Mal nach Primary- und Secondary-School eine warme Mahlzeit. Die Nacht verbrachten wir eben­falls dort im Pastorat.

Nach dem Frühstück (Hühner­suppe, Kartof­feln, Tee) ging es über noch schlechtere Pisten nach Nkwenzulu (2. Früh­stück; Hühner­suppe mit Ingwer, Kartof­feln, Yams, Brot) und dann nach Igolwa (Mittag­essen: Huhn, Rind­fleisch, Kartof­feln, Gemüse). Überall wurden lange Vor­stellungs­runden hinter sich gebracht, Grüße ausge­tauscht und Wünsche geäußert. Hier sahen wir auch Kinder mit selbst­gebauten Renn­autos (aus Plastik­flaschen mit Deckeln als Räder). Und wir bekamen als Geschenk -wie immer hier- einen Hahn, der in Lupila im Garten ange­bunden war, bis wir ihn selbst als Gast­geschenk zu PASEP brachten (wo er Stamm­vater einer Hühner­horde wird?).

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In Igumbilu, der Partner­gemeinde von Schulau, fielen uns vor Über­raschung fast die Augen aus dem Kopf: Der Neubau der Kirche, die im ver­gange­nen Jahr gerade knapp über den oberen Fenstern geendet hatte, ist fast fertig! Die Eröffnung soll bereits in zwei Monaten -Angang November- erfolgen. Diese Schnellig­keit ist vor allem Pastor Kumbuka zu verdanken, der es verstand, die Leute in seinem Ort zu begei­stern für das Projekt – und täglich die Arbeiter auf der Bau­stelle antreibt. Diese leisten, soweit wir das beurteilen können, sehr gute Arbeit.

Der Besuch beim Health-Center in Lupila war eine Ent­täuschung.
Nichts, was wir geliefert hatten, war in Benutzung. Auch der seit sechs oder sieben Jahren nicht genutzte OP (voll einge­richtet -mit eigener Strom­versorgung- von USAID (wegen Trump gibt es hier KEINEN Link mehr!), muss nun komplett umge­baut werden, weil er den Anford­erungen nicht ent­sprach??? - Was für eine Ver­schwendung von Geld, Man­power, Ressourcen und Zeit!

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Jetzt sind wir seit zwei Tagen in Tandala, in der Dia­konie zu Besuch – und zu Gesprächen. Gleich­zeitig ist Waltraud (mit Tochter) angekommen, die hier 6 Jahre lang gear­beitet hat – von 1990 bis 1996, entsendet von der Diakonie in Nein­stedt. So schließen sich Kreise. Der Wieder­aufbau des alten, vor Jahren abge­brannten Missions­hauses macht auch gute Fort­schritte, die First­wände sind nun wieder gemauert, der Dach­stuhl aufge­richtet und das Dach gedeck. Auch innen sieht es "geordneter" aus.

Am Freitag, dem 13. besuchten wir gleich morgens um 8(!) den Kreis­bürger­meister des Bezirk Makete, wurden dann vom Bischof zum Früh­stück -und später auch zum Mittag- einge­laden und nahmen Abends die Ein­ladung von dem ehe­maligen Kreis­bürger­meister und jetzigen Chef von Sumasesu, Egnation Mtawa, zum privaten Abend­essen an. Auf dem Rück­weg fuhren wir noch zum Tanken und kauften Bier, der erste Alkohol sein fast einer Woche!

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Am Samstag ging es nach Bulongwa (der Ort des Chor-Event), um das Kranken­haus zu besich­tigen und Probleme (vielleicht!) zu lösen: Wir hatten zwei komplette Zahn­arzt­praxen, eine nach Lupila und eine hierher geschickt. Leider ist bei den Rönt­gen­geräten wohl einer­seits etwas ver­wechselt worden bei den unter­schied­lichen Systemen und anderer­seits wohl auch was verloren gegangen.

Wenn wir ehrlich sind, das Kranken­haus ist in einem entsetz­lichen Zustand, wir möchten das hier gar nicht weiter aus­führen. Nur soviel, auf der Ent­bindungs­station ist ein Beatmungs­berät für Säug­linge, das (angeblich) noch aus dem zweiten Welt­krieg stammen soll.

Ursprünglich wollten wir dann 2 Urlaubs­tage in Matema verbringen, einem Ferien­ort am nörd­lichen Ufer des Nyassa-See (in Deutsch­land eher bekannt als Malawi­see). Uns wurde eine Abkür­zung (nur zwei Stunden!) emp­fohlen - und ein Fahr­zeug mit Fahrer zur Ver­fügung gestellt. Um die Geschichte abzu­kürzen, nach sechs(!) Stunden meinte der Fahrer, es seien nun noch zwei Stunden zu fahren … !

Nach vielen -auch telefonischen- Diskus­sionen kehrten wir um und führen von dort eine Stunde (mit unserem Wagen) nach Tandala, um in der Diakonie eine weitere Nacht zu ver­bringen. (Ursache schien uns zu seine, dass alle Betei­ligten von anderen Dingen sprachen, wenn sie von "shortcut" redeten.)

In Ilungu gibt es ein ernstes Problem: 2017 wurde an einer Quelle eine Pumpe installiert, die Schule und Kranken­station mit frischen Trink­wasser versorgen sollte. Da die Pumpe, wie ich laien­haft annehme, zu klein dimen­sioniert war, um Wasser ständig ca. 400-500 Höhen­meter herauf­zupumpen, ist sie seit 2019 kaputt. Seit­her müssen die Kinder jeden Morgen einen Eimer oder Kanister Wasser von zu Hause mit­bringen. Und die Wege sind weit! Und sehr steil!
Ob auch die Kranken zur Behand­lung Wasser mit­bringen müssen? Keine Ahnung?

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Am Sonntag mussten wir wieder einmal durch Bau­stellen fahren, um nach Matundu zu kommen. Leider zerfetzte in einer sehr engen Stelle ein sehr spitzer Stein unseren linken Hinter­reifen völlig. Im Wagen gab es nur ein Notrad und die Kurbel für den Wagen­heber. Den selbst leider nicht! Trotz­dem kamen wir irgendwann mit viel Hilfe von vielen Menschen an.

Am Montag­morgen wurde der am späten Sonntag-Abend (mit dem Linien­bus aus Njombe) gelie­ferte Reifen aufge­zogen und wieder montiert.

In der Kirche von Matundu (Ortsteil von Ipepo) dann gab es die nächste Über­raschung: wurde Michael gebeten, zu predigen - Ups!
Panne und die Hilfe von vielen nahm er zum Anlass, um den Samariter aus der Bibel auf hier und heute, auf die Unter­stützung auch der Waisen­kinder zu beziehen. Wahr­schein­lich nicht dadurch, sondern durch die Luft­ballon "eroberte" Michael wohl auch -sehr langsam und suk­zessive- das Herz einer jungen Dame, die ihm kaum noch von der Seite weichen wollte.

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Am Dienstag bei regner­ischem Wetter und kühlen Tempera­turen (auf 2.700 m über NN), besich­tigten wir ein Wasser­projekt in Lumpombwe (und Iduda), welches die gesamte Gegend mit Trink­wasser versorgen wird. Seit 2021 laufen Planung, Bau und vor allem Bau der (unter­irdischen) Wasser­leitungen. Das Gros der Kosten hierfür (ca. ½ Million Euro) wurde von der Kirchen­gemeinde Blanke­nese aufge­bracht!

Die Pastoren von Lupombwe und Iduda, Akim Mandela und Fema Ndelwa, baten uns, ihren Dank an Pastor Klaus Georg Poehls und die gesamte Kirchen­gemeinde zu über­mitteln. In wenigen Tagen soll die Anlage von Bischof Sanga einge­weiht werden (wir wurden vom Bischof einge­laden, werden dann jedoch wohl nicht mehr hier sein). Dann müssen die Frauen nicht mehr das Wasser Kanister-weise mühsam auf dem Kopf weiteste Strecken die Berge herauf­tragen.

Bei PASEP wurden wir -wieder, wie schon im ver­gangenen Jahr- mit Musik begrüßt. Viel Musik. Von der Dorf­band aus Kijombe, vom Pasep-Chor, von den dortigen Studenten, von allen zusammen, von einigen gemeinsam …

Pasep wurde vor drei Jahren von einem leiten­den Mitar­beiter – und ehe­maligem "Waisen­kind" von Sigi Kurzewitz aus Lurup- gegründet: Ayoub Lwilla. Hier soll gestrau­chelten Jugend­lichen wieder Halt und Struk­tur gegeben werden - und sie werden auch neuere Methoden der Land­wirt­schaft heran­geführt.

Das Angebot gilt zwischen­zeitlich auch für junge Leute aus den umlie­genden Dörfern, der gute Ruf eilt voraus, von immer weiter kommen Jugend­liche, um hier die Grund­lage für ein­trägliche Land­wirt­schaft zu erlernen und so die Basis für eigenes, nach­haltiges Ein­kommen zu legen.

Uns wurde -auch als Geber von sehr geringen Geld­beträgen, aber vor allem als "Verlinker" zwischen zahl­reichen Akteuren- die Ehre dieses Emp­fanges zuteil

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… und als Geschenk gab’s eine Ziege.

Und dann kam der Tag, als wir uns (erst einmal) aus Lupila verab­schiedeten. Leider war das ein sehr ein­samer, trauriger Abschied. Der Schwieger­vater von Samuel war gestorben und alle fuhren am Donner­stag nach Morogoro zur Beer­digung: Samuel, Fahidi, Enock, '&133; So wurden wir "nur" von dem neuen und fähigen (und jetzt woan­ders tätigen) Diakon Edson und seinem (eben­falls netten und fähigen) Assistenten Johannes verab­schiedet.

Wenn Sie mehr über unseren weiteren Fahrt wissen möchten, schreiben Sie und eine wir werden Ihnen dann gerne unsere dama­ligen News­letter (noch sechs Stück) zukommen lassen.