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Tansania Team

Verein der Freunde und Förderer kirchlicher Arbeit in Holm e.V.
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Corona-Pandemie 2020 / 21

Vorbemerkungen

Seit Mai 2020 meldete Tansania keine Corona-Zahlen mehr an die WHO, laut Präsident John Magufuli gab es das Virus dort nicht mehr. Da es keinerlei offiziellen Einschränkungen wegen Corona gibt, wird besonders die Insel Sansibar gerne von Touristen besucht. Auch quer­denkende Leugner ziehen Tansania als Beispiel für die Nicht-Existenz des Virus gerne heran. Doch immer mehr Menschen schränken sich mittler­weile freiwillig ein.

Auch wenn Präsident Magufuli Covid-19 in Tansania für ausgerottet hält, empfiehlt er dennoch Dampfbäder, Gebete oder Gesund­heits­drinks. Eines seiner Kinder sei geheilt worden, hatte er 2020 erklärt, nachdem es Zitronen und Ingwer gegessen habe. Auch Tests und Impfungen hält er für unnötig oder gar gefährlich: Vertraut diesen Impfstoffen nicht.

Magufuli stellte selbst Corona-Tests infrage: Viele kennen sicherlich die Rede (YouTube), in der er behauptete, Mangos und Motoröl sei positiv gestestet worden. Wir haben uns nicht eingesperrt und wir werden jetzt auch keinen Lockdown für das Land verhängen, weil ich glaube, dass das vorübergehen wird, wenn wir uns Gott unterwerfen, sagte er kürzlich in einer Rede.

Niemand darf über Covid-19 berichten oder reden. Offiziell dürfen nur Magufuli und sein Vize sowie der Gesund­heits­minister und der Regierungs­sprecher über Corona informieren. Das kann erklären, warum wir nur noch sehr wenige Information von unseren Freunden und Partnern erhalten.

Information von einem Diakonie-Mitarbeiter | 16.03.2021

Der Name ist uns bekannt

Wegen der Restrik­tionen werden in letzter Zeit sehr viele „Atem­wegs-Erkrankungen“ gemeldet und behandelt. Auch in der Ukinga treffen sich Menschen jetzt seltener persönlich, auf „shake hands“ wird weitest­gehend verzichtet. Dafür nutzen immer mehr Menschen selbst­genähte Masken und es wird versucht, sich möglichst häufig die Hände zu waschen. In den großen Städten allerdings soll es wenig Rücksicht geben und daher gefährlich sein. Man hört von sehr vielen heim­lichen, nächt­lichen Beerdigungen.

Mit den nötigen Vorsichts­maßnahmen waren im Spätsommer 2020 Gäste aus Deutschland und aus Schweden in der Ukinga. In diesem Jahr sollte ein Besuch kein Problem sein, wenn man geimpft ist. Im vergangenen Jahr wurden die chinesischen Straßenbau-Arbeiter oft für die Seuche ange­feindet (Wuhan). Heute werden Ausländer im allgemeinen nicht mehr verant­wortlich gemacht.

Artikel FAZ (11.03.2021)   Artikel NZZ (23.02.2021)

Es gab lange Gerüchte, dass Präsident John Magufuli sich infiziert haben soll und in Kenia, später in Indien behandelt worden sei. Nun wurde am 18. März bestätigt, dass er -an Herzversagen- gestorben sei. Diese Info erreichte uns in der Nacht sowohl von Dionis (ehem. Headmaster Ipepo), als auch von Diakonie-Sekretär Samuel Sanga. Die Staats­geschäfte werden nun von Vize-Präsidentin Damian Suluhu Hassan geführt, es würde 14-tägige Staats­trauer angeordnet.

Nachruf des DW-Redakteurs Mohammed Khelef (18.03.2021)

Information von Egnatio Mtawa | 26.05.2020

Egnatio Mtawa ist der Kreis-Bürger­meister (Kreis­präsident) von Makete.

In Tansania wurde der erste Patient für Covid-19 im März 2020 aus der Region Arusha gemeldet, offiziellen Berichte der Regierung gaben am 15. Mai 509 Fälle, 21 Todes­fälle und 183 Genesene an. Es könnte jedoch noch mehrere andere Fälle und Todes­fälle geben, die nicht offiziell erfasst und gemeldet wurden.

bild Es sind einige professionelle Aktionen und Maß­nahmen aufgeführt, die vom Gesundheits­ministerium Tansanias (MoHCDEC) vorgeschlagen werden und die als Routine und Pflicht für alle Einzel­personen und die Gemeinschaft zur Vorbeugung von Corona­virus­infektionen durchgesetzt werden sollen.

Die Situation in Makete
Da die begrenzten Ressourcen auf städtische Gebiete konzentriert wurden, fehlen in ländliche Gemeinden (einschließlich Makete) Wissen über Covid-19. Menschen haben Angst, einige werden nachlässig, wenn sie keine eindeutigen Symptome erkennen. Wegen befürchteter Selbst- und Außen­stigmatisierung steigt die Gefahr der Übertragung.

Bis heute sind wir hier fast sicher. In der Ukinga ist gibt es keinen bestätigten Fall, der an Covid-19 erkrankt oder gestorben ist, doch sicherlich gibt es verdeckte, unbemerkte Fälle. Wir versuchen, soziale Distanz zu wahren.

bild Fünf Dörfer in unserem Distrikt (Makangalawe, Usungulo, Ihela und Ndulamo) liegen an der Haupt­straße von Njombe nach Mbeya, wo größere Straßen­bau­arbeiten durch­geführt werden. Dies bedeutet aber auch Inter­aktion mit Menschen aus verschiedenen Teilen des Landes und aus dem Ausland, die nun zurück­kommen (In der vergangenen heftigen Regenzeit waren die Straßen­bau­arbeiten ausgesetzt). Einige von ihnen kommen aus Gegenden mit höheren Infektions­raten (Dar es Salaam, Kilimandscharo, Morogoro, Dodoma usw.), die Risiken könnten dadurch auch in den Dörfern von Makete steigen. bild

Aber auch das Aufsetzen von Masken ist heutzutage Pflicht in Gottes­diensten und auf Beerdigungen, in Büros und auf Märkten. Häufiges Hände­waschen und die Hand­desinfektion (für die­jenigen, die es sich leisten können) wird praktiziert. Doch auch Inhalation von Dampf aus speziellen Kräutern ist in ganz Tansania, einschließlich Makete, gängige Praxis. bild

Wichtiger ist, dass jeder dazu angehalten wird, weiter zu unserem all­mächtigen Gott zu beten, in welcher Sprache auch immer, die ganze Zeit, denn uns ist klar, dass wir das nicht aus eigener Kraft schaffen können. Die Regierung hat die Wieder­aufnahme von Aktivitäten in den Bereichen Hoch­schul­bildung, Tourismus und Sport ab dem 1. Juni angekündigt, und der Rest wird je nach Prävalenz der Pandemie folgen.

Information von Sinene Burton | 26.05.2020

Sinene Burton koordiniert für die Distrikt-Regierung in Makete den Kontakt nach Wedel.

Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass in der Ukinga keine schwer­wiegenden Covid-19-Fälle gemeldet wurden, obwohl viele Menschen aus verschiedenen Orten Tansanias (wegen des Gesund­heits­dienste des Ikonda-Kranken­hauses) in den Distrikt kommen. bild Es wurden Vorsichts­maßnahmen getroffen, vor allem in besonders gefährdeten Gebieten, wie z.B. in Gebieten mit vielen Bewohnern. Dazu gehören: Wahrung des sozialen Abstands, Verbot von verschiedenen Zeremonien, Schließung von Schulen, Kinder­gärten und Universitäten (in Makete haben wir Lehrer- und Berufsschulen), Tragen von Masken bei jeder Begegnung mit Personen, häufiges Hände­waschen, Einschränkung von Reisen (falls diese nicht notwendig sind).

bild Wir sind nicht eingesperrt, aber alles wird mit Vorsicht gemacht. Wir wissen das wirklich; wir sind nicht von Corona isoliert, deshalb besteht unser geliebter Präsident immer wieder darauf, dass jeder Einzelne die gesund­heitlichen Vorsichts­maßnahmen einhält. Und, darüber hinaus, wir respektieren und fürchten Gott. Das Nicht­beachten der gesund­heitlichen Vorsichts­maßnahmen ist ein Zeichen dafür, dass wir Gott nicht fürchten. Möge der allmächtige Gott uns segnen und sich um Ukinga und unser Land als Ganzes kümmern.

Aufrichtig, ich bin sehr stolz auf den Präsidenten, den wir jetzt in unserem Land haben. Er ist zielstrebig, entschlossen, kreativ und vernünftig. Viele Strategien, die er jetzt auf den Weg gebracht hat, werden von vielen Ländern nicht umgesetzt, weil sie es anfangs nicht verstanden haben. Gegen­wärtig suchen wir mit der verwirrten Welt nach Wegen, wie wir mit dieser Corona leben können, wie wir es auch mit anderen Viren geschafft haben.

Es stimmt, dass die Welt in dieser schockierenden Zeit engagierte und erfahrene Gesundheits­experten braucht, aber zusätzlich braucht sie die Gnade Gottes! Trotz unseres Fach­wissens ist dort also die Barm­herzigkeit Gottes wichtig. Als einziger hat unser Präsident uns offen aufgefordert, Buße zu tun und zu Gott zu beten, den Experten und den Bürgern zu helfen, das neue ausge­brochene Virus Covid-19 zu bekämpfen. Ich glaube fest daran, dass Gott den Experten den richtigen Weg zur Rettung der Welt mit dieser schrecklichen Bedrohung zeigen wird.

Bericht von Dionis Mgina | 23.05.2020

Dionis Mgina ist Rektor (Headmaster) der Secondary-School in Ipepo. Hierhin bestehen enge Kontakte zur Stadt Wedel und zum Gymnasium Rissen

Covid-19 hat das Leben der Menschen verändert bzw. den Lebens­stil, die Bildung, die Wirtschaft und die Kultur der Menschen beeinflusst.

bild Bildung
Alle Schulen sind geschlossen und die Schüler zu Hause. Die Regierung möchte Unterricht durch Fernsehen und Radio anbieten, diejenigen, die Zugang zum Internet haben, sollten das auch nutzen. Hier in der Ukinga kann sich aber niemand diese Medien leisten, tatsächlich gibt es sogar hier in den Schulen keinen Internet­zugang.

bild Wirtschaft
Die Menschen hier leben durch­schnittlich von weniger als einem Viertel Euro pro Tag. Weil, besonders in den Zeiten von Covid-19, der Konsum höher ist als die Produktion, können sie sich keine Sonnen­kollektoren für Beleuchtung leisten, erst recht nicht Fernsehen oder Radio kaufen.

bild Kultur
Covid-19 hat die Lebens­weise geändert: Früher begrüßten wir uns mit den Händen, jetzt werden nur noch Hand­zeichen verwendet und jetzt halten die Menschen (manchmal) einen Abstand von mindestens einem Meter. Es ist schwierig, sich anzupassen.

In der Ukinga glauben die meisten Menschen, dass nur Gott ihnen gegen dem Corona­virus helfen kann, da bisher noch keine Medizin entdeckt wurde. Andere wenden traditionelle Methoden an, um sich vor Covid-19 zu schützen. Doch die Regierung legt großen Wert darauf, dass alle Menschen den Rat der Ärzte befolgen, wie Hände waschen, Masken tragen und dergleichen.

Bericht von Zakaria Jombo | April 2020

Zakaria Jombo ist Sekretär der Diakonie in Lupila; koordiniert die Waisen­betreuung vor Ort und arbeitet derzeit auch als Stell­vertreter für den Pastor in Ludilu.

bild Gottes­dienste zu verbieten, geht in Tansania gar nicht. Das würde Panik und Unruhe auslösen, deshalb dauern Andachten nun nicht mehr –wie sonst üblich– zwei Stunden oder länger, sondern 45 Minuten dürfen nicht über­schritten werden. Auch muss in der Kirche Abstand gehalten werden.

Wir haben in der Vergangenheit Schneiderinnen ausgebildet, die sich nun auf die Produktion von Gesichts­masken konzentrieren. Das bringt ihnen ein kleines Einkommen und erhöht die Sicherheit. bild

Es besteht die Hoffnung, dass bei uns im sehr ländlichen Raum die Ansteckungen gering bleiben werden, da sehr viele Familien Selbst­versorger sind und von dem leben, was sie auf dem eigenen Grundstück anbauen. Sie kommen nur mit ihren Familien­angehörigen zusammen.