Schulen & Schulpartnerschaften
Bildungs-System
In den meisten Dörfern gab es (teils mehrere) Kinder-Gärten, hier wurden Kinder von 1 - 3 Jahren betreut. Heute sind viele der KiTasgeschlossen, weil die neuen Anforderungen seitens des Staates nicht mehr erfüllt werden können. Wahrscheinlich werden die Bestimmungen daher wohl entschärft.
Danach geht es immer häufiger in die beiden Pre-School-Klassen der Primary Schools in fast jedem Dorf (4 - 5 Jahre). Die Regelklassen (ab 6 Jahre) sind "Standard 1" bis "Standard 7". Es ist fast überall die Regel, dass diese Schulen über nur fünf Lehrer verfügen, einer davon "Head-Teacher". Oft engagieren jedoch Eltern (oder auch Kirchen) gemeinsam Volunteers, also ehrenamtliche Lehrer oder Hilfskräfte (je 100.000 Shilling = 40 Euro im Monat).
Für Kindergarten und Vorschule gibt es keine Pflicht, erst ab der ersten Klasse müssen (und wollen!) die Kinder in die örtliche Schule, hier sitzen dann 70 – 90 Kinder in einem Raum. Es gibt viel zu wenig Lehrmaterial, oft zeichnen die Lehrer selbst Plakate zu den unterschiedlichsten Themen, die dann oft jahrelang an den Wänden hängen und immer wieder genutzt werden.
Nach jeder Klassenstufe finden Prüfungen statt, die Kinder können hier "sitzenbleiben" (was leider schon nach der ersten Klasse nicht selten passiert).
Nach Standard 5 und zum Abschluss, nach Standard 7, werden besonders wichtige Prüfungen abgelegt, die Abschlussprüfung wird gründlich vorbereitet. Diese Schüler haben in den davor liegenden Ferien eine Woche "Sonder-Unterricht".
Nach der Grundschule gehen viele Kinder ab und machen eine zwei- oder dreijährige Ausbildung. In diesem Teil Tansanias ist allerdings die Auswahl an Berufen recht gering (Elektriker, Maurer, Mechaniker oder Tischler, die Mädchen oft Schneiderin). Einige junge Leute bewirtschaften eigene Felder.
Wenn die Prüfung (im September) nach Standard 7 bestanden wurde, prüft das Schulministerium (in Dar es Salaam), ob die Noten für die Secondary-School ausreichen.
Da es Kapazität-Probleme bei den weiterführenden Schulen gibt, werden nur die Besten für die (kostenfreie) staatliche Secondary School zugelassen. Wird die Zustimmung vom Ministerium erteilt, gehen die Kinder (ab Juni / Juli!) auf die weiterführende Schule. Diese liegen in der Regel weitab der Wohnorte (in der Region Makete gibt es drei), daher werden sie als Boarding school / Internat betrieben. Da es hier kein Schulgeld erhoben wird, sind die Kosten relativ moderat, dennoch von vielen Familien nur schwer zu tragen.
Sind die Noten nicht gut genug (aber auch nicht zu schlecht), können Kinder als "Privat-Schüler" auf einer Secondary School oder einem College weiter lernen. Hier fallen jedoch recht hohe Gebühren an.
Hier gibt es die Klassen "Form 1" bis "Form 4" und es gibt mehr Lehrer, auch Fachlehrer für Biologie, Chemie, Physik, Geschichte und Englisch. Schulleiter ist hier der "Head-Master". Da auch diese Schulen als Internate betrieben werden, wohnen auch die Lehrer auf dem Schulgelände. Großes Augenmerk liegt auf dem Englisch-Unterricht.
Ebenso gibt es hier eine Abschluss-Prüfung (mit vorherigen Trainingswochen). Insgesamt gibt es auf den Primary Schools im Makete-Distrikt ca. 3.500 Schüler (davon 300 mit Support, also ca. 10% der Kinder erhalten Unterstützung, auch von uns) und auf den Secondary Schools ca. 600 Students (davon 193 mit Support = 30%).
Anschließend kann auf eine der wenigen High-Schools (Form 5" und "Form 6") gegangen werden und später auf ein College oder eine Universität. Mit besonders gutem Abschluss kann auch direkt nach Form 4 auf ein College gewechselt werden. Alle Schulwechsel werden vom Bildungsministerium genehmigt (oder nicht).
Insgesamt muss man anerkennen, dass Tansania in den vergangenen Jahren erhebliche und erfolgreiche Anstrengungen unternommen hat, um die Schulsituation immer weiter zu verbessern.
Die heimatferne Unterbringung in den Schulen dient dem Kennenlernen von Kindern anderer Volksgruppen und Stämme. Dieses vom ersten Präsidenten Julius Nyerere eingeführte Prinzip sichert die friedliche Koexistenz im Vielvölkerstaat Tansania.
Schulpartnerschaften
Partnerschaften zwischen Schulen haben oft einen positiven Effekt auf beide Seiten. In Tansania profitieren die Schulen von Geld, welches Schülerinnen, Lehrer und Eltern in Deutschland mittels verschiedener Aktionen einwerben: Bazare, Schulfest, Tage der offenen Tür u.v.a.m..
Die Kinder in Deutschland bekommen (durch regelmäßigen Austausch per WhatsApp, Berichte von Leuten, die in Afrika waren und auch durch gegenseitige, kleine Präsente) Einblick in die sehr andere Lebenswelt in Tansania. Daduch relativieren sich oft auch Anspruchshaltungen.
Zur Zeit gibt es Partnerschaften zwischen
Secondary-School Ipepo und Gymnasium Rissen
Secondary-School Lupila und Gymnasium Blankenese
Primary-School Ilungu und Iserbargschule, Rissen
Primary-School Ipepo und Bugenhagenschule, Blankenese
Primary-School Maliwa und Marschwegschule, Rissen
Noch keine Partner fanden die folgenden Schulen:
Secondary School Mbalache
Primay School Igolwa
Primay School Igumbilu
Primay School Ikete
Primay School Kijyombi
Primay School Kisasato
Primay School Ludilu
Primay School Lupila
Primay School Lupompwe
Primay School Malanduku